Hochtour im Wallis: Wanderer auf Schneebedeckten Gipfeln | © DAV/Silvan Metz

Nachhaltigkeit & Klimaschutz

Die Gletscher sind mit die eindrücklichsten Zeiger für den Klimawandel – gerade für uns Bergsportler*innen, die die Veränderungen von Jahr zu Jahr mit eigenen Augen beobachten. Sie zu schützen, ist für viele der Grund sich auch auf Verbandsebene intensiv mit dem Klimaschutz auseinanderzusetzen.

Wesentlicher Teil unserer Liebe zu den Bergen ist das Naturerlebnis. Als anerkannter Naturschutzverband in Deutschland und Österreich setzen wir uns für eine nachhaltige und naturverträgliche Entwicklung im Alpenraum und in den Mittelgebirgen ein. Dazu zählt die Umsetzung von Maßnahmen für einen effektiven Klimaschutz und die Förderung von naturverträglichem Bergsport. Das alles geht nur mit der Verantwortungsübernahme und Unterstützung Ehrenamtlicher. Im Folgenden finden sich weiterführende Informationen zu den Positionen und Aufgaben des DAV im Bereich Natur- und Klimaschutz.

2019 hat der DAV sich dann erstmals offiziell zu den Pariser Klimazielen bekannt und eine Klimaresolution verabschiedet. Seitdem arbeiten Ehrenamtliche wie Hauptberufliche daran, Nachhaltigkeit & Klimaschutz als Grundprinzipien im DAV zu verankern. Der erste wichtige Schritt dorthin war die Verabschiedung der Nachhaltigkeits- und der Klimaschutzstrategie, sowie des Klimaschutzkonzepts auf der Hauptversammlung 2021. Seitdem arbeiten wir gemeinsam auf ein Ziel hin: Klimaneutral bis 2030 - by fair means!
 
 

Wolfgang Arnoldt ist Vizepräsident des DAV und bringt die Themen Natur und Umwelt im Bundesverband voran. | © Tobias Hase
© Tobias Hase

Wir haben uns zum Schutz der empfindlichen alpinen Ökosysteme – zu denen auch die Gletscher gehören – verpflichtet. Gerade dort sind die Folgen des Klimawandels heute längst drastisch spürbar."

- Wolfgang Arnoldt, Vizepräsident

Der DAV als "Anwalt der Alpen"

Die Anreise so klimafreundlich wie möglich zu gestalten, ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Denn ohne Mobilität ist Bergsport für die meisten von uns nicht möglich - wer hat die Berge schon in Laufweite vor der Haustür? Gleichzeitig verursacht unsere Anreise im Schnitt den größten Anteil der Emissionen im Bergsport. Wir stellen hier nicht nur hohe Ansprüche an uns selbst, sondern fordern auch von der Politik, uns bei diesem anspruchsvollen Anstieg zu unterstützen.

Im Kleinen können wir alle unseren Teil zum Naturschutz beitragen, indem wir uns unseren Einfluss, unsere Wirkung bewusst machen.

  • Wie wirkt sich unser Verhalten in den Bergen auf unsere Umwelt aus?
  • Wie können wir die Spuren, die unsere Bergsportaktivitäten unweigerlich hinterlassen, weiter minimieren?
  • Wie bewegen wir uns in der Natur?

Darüber hinaus bietet der Alpenverein in Zusammenarbeit mit den Sektionen Möglichkeiten, sich in verschiedenen Projekten für den Naturschutz in den Alpen und Mittelgebirgen zu engagieren. Im Rahmen der Aktion Schutzwald zum Beispiel pflanzen Freiwillige Bäume, pflegen die Zugangswege und räumen Sturmflächen. Auch die Berglandwirtschaft ist ein wichtiger Teil des Umwelt- und Naturschutzes in den Alpen. Daher ist auch die Mithilfe auf Bergbauernhöfen ein Weg, sich für die Bergwelt einzusetzen. Im Rahmen des Verbands können Interessierte als Naturschutzreferentinnen und -referenten dazu beitragen, dass die Ziele des DAV auch auf Sektionsebene umgesetzt werden. Und wer lieber draußen unterwegs ist, unterstützt die Gebietsbetreuer zum Beispiel an den Kletterfelsen im Mittelgebirge oder bei der Umsetzung des Projekts Natürlich auf Tour.

Was bedeutet das im Detail?

Was genau möchte der DAV in seiner Funktion als Naturschutzverband erreichen? Wo schreitet der Verband ein, was fördert er? Ein Überblick:

  • Der Deutsche Alpenverein bewahrt das kulturelle Erbe der Alpenlandschaft. Dazu gehört es zum Beispiel auch, den Beitrag der Berglandwirtschaft zur ökologischen und kulturellen Vielfalt anzuerkennen.
  • Er nutzt seine Position, um das Naturverständnis der Gesellschaft zu fördern, denn: nur, was man kennt und liebt, will/kann man auch schützen.
  • Der DAV sichert essentielle Funktionen des Alpenraums, nicht nur für Alpenbewohner und Erholungssuchende, sondern für uns alle. Dazu gehört die Funktion der Alpen als Groß-Ökosystem, ihre Funktion als Erholungsraum, ihr Beitrag zur Trinkwasserversorgung und vieles mehr.
  • Er nutzt die Alpine Raumordnung als wichtiges Naturschutzinstrument, um eine ganzheitliche nachhaltige Entwicklung des Alpenraums voranzutreiben. Dabei werden Bereiche wie Tourismus, Sport, Verkehr, Kultur, Klima, Artenschutz, Berglandwirtschaft etc. parallel gedacht und untereinander vernetzt.
  • In Umweltmaßnahmen im Bereich Hütten, wie zum Beispiel Energieversorgung, Abwasserreinigung oder Materialseilbahnen, investieren der Alpenverein und die Sektionen jährlich rund 4,3 Millionen €.
  • Er trägt seinen Teil dazu bei, die Alpenkonvention, einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag zwischen den Alpenstaaten, umzusetzen. Ziel der Konvention ist die nachhaltige Entwicklung des Alpenraums und der Schutz der Interessen der ansässigen Bevölkerung. Vollumfassend schließt sie ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Dimensionen ein.
  • Die Alpenvereine tragen zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für die Bewohner des Alpenraums und der Schutzgebiete bei. Die alpenübergreifende biologische Vielfalt sowie der artenreiche Wildbestand soll bewahrt, gefährdete Tierarten wiederangesiedelt werden.
  • Als anerkannter Naturschutzverband ist der DAV bestrebt, Erschließungsspiralen – zum Beispiel zu Zwecken der Energiegewinnung oder des Tourismus – zu durchbrechen und dadurch unerschlossene Räume sowie Wildnisgebiete zu erhalten. Dabei befürwortet der Alpenverein jedoch ganz klar die Abkehr von Atomenergie und Verbrennung fossiler Brennstoffe hin zu Wasser-, Wind-, Sonnenenergie etc., wobei die Relation von energetischem Nutzen und der Zerstörung von Natur und Landschaft differenziert betrachtet werden muss.
  • Im Gegenzug fördert der Verband umweltverträgliche Tourismusformen. Hierzu zählt das Projekt Bergsteigerdörfer, die Förderung klimaschonende Mobilität und vieles mehr.


 

Unsere Positionen zu Nachhaltigkeit & Klima

Nachhaltigkeit bedeutet, heute Ressourcen zu schonen, damit auch die Menschen von morgen noch gut auf unserer Erde leben können. Als Alpenverein liegt uns dieses Ziel natürlich besonders am Herzen: Wir möchten die Alpen und Mittelgebirge, die besonders in Zeiten des Klimawandels großem ökologischen Druck ausgesetzt sind, als Lebens- und Erlebnisraum für nachfolgende Generationen erhalten. Wir berücksichtigen deshalb die Auswirkungen unserer Entscheidungen und Handlungen in ökologischer, sozialer und ökonomischer Hinsicht und verpflichten uns zu einem schonenden Umgang mit Ressourcen. Dabei orientieren wir uns an den 17 Zielen zur nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie ist die Basis für die Ausarbeitung weiterer Strategie- und Konzeptpapiere. Sie steht am Ende der Seite zum Download zur Verfügung.

In Folge unserer Nachhaltigkeitsstrategie und unseres Bekenntnis zu den Pariser Klimazielen haben wir uns auf der Hauptversammlung 2021 ein ambitioniertes Ziel gesetzt: bis 2030 sind wir klimaneutral - by fair means. Das bedeutet, dass wir nicht nur die Netto-Null auf dem Papier anstreben, sondern tatsächlich so viele Emissionen wie möglich gar nicht erst verursachen. Dabei nehmen wir unsere Aktivitäten möglichst umfassend in den Blick: Vom Sektionsprogramm über den Hütten- und Kletterhallenbetrieb bis zur Hauptversammlung fließt alles in die verbandsweite Emissionsbilanz mit ein. So wollen wir unsere Aktivitäten so nahe an der Realität wie möglich abbilden, um in unserem Einflussbereich effektive und zielgerichtete Klimaschutzmaßnahmen umsetzen zu können.

Wir bekennen uns zu unserer Verantwortung, dem Klimawandel aktiv entgegenzutreten. Dazu gehört, unsere Emissionen tatsächlich zu minimieren und Vermeidungs- und Reduktionsmaßnahmen der Kompensation vorzuziehen. Nur der unvermeidbare Emissionsrest wird ab 2030 kompensiert werden.
 

Innerhalb des DAV bringen rund 280 in der Regel ehrenamtlich tätige Klimaschutzkoordinationen die entsprechenden Maßnahmen dafür auf den Weg. Im Bundesverband entwickeln im Rahmen des Klimabeirats außerdem 13 Vertreter*innen aus Sektionen, Landesverbänden, der Jugend und dem Präsidium den Klimaschutz im Verband ständig weiter.
 

Naturverträgliches Verhalten im winterlichen Gebirge ist wichtig | © DAV/Manfred Scheuermann

Grundsatzpapiere des DAV